Montabaur

Die Stadt Montabaur, Heimat der Feuerwehren der Stadt Montabaur

Montabaur ist die Kreisstadt des Westerwaldkreises in Rheinland-Pfalz. Die Stadt ist gleichzeitig Verwaltungszentrum der gleichnamigen Verbandsgemeinde, der weitere 24 Gemeinden angehören. Überregional bekannt ist die Stadt durch ihr auffällig gelbes Schloss und den ICE-Bahnhof an der Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main. Montabaur hat sieben Stadtteile. Nördlich liegt Eschelbach, im Westen liegen die Stadtteile Horressen und Elgendorf. Nach Süden hin, entlang des Gelbachtals, liegt der Wallfahrtsort Wirzenborn, weiter die Orte Reckenthal, Bladernheim und Ettersdorf.Montabaurs Altstadt zeichnet sich durch den neugotischen Rathausbau "Roter Löwe", durch zahlreiche Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert und die große spätgotische katholische Pfarrkirche aus. Die mittelalterliche Stadtmauer ist in Resten erhalten, darunter auch der sogenannte Wolfsturm. Die Stadthalle Montabaur ist für verschiedene Veranstaltungen wie Tagungen, Konferenzen, Konzerte, Theater und Events geeignet. Der historische Wolfsturm steht den Einwohnern der Stadt Montabaur zur Verfügung und kann für eigene Zwecke gemietet werden.

Schloss Montabaur Streifen

Das Schloss Montabaur, bis 1945 Sitz des Landratsamtes des Unterwesterwaldkreises, dann Sitz der Bezirksregierung Montabaur, heute im Besitz der Akademie Deutscher Genossenschaften, die es als Tagungshotel und Schulungszentrum der Raiffeisen- und Volksbanken ausgebaut hat. Es liegt gut sichtbar in der Mitte der Stadt auf dem Schlossberg (321 m ü. NN). Die Kleinstadt hat eine Geschichte, die sich bis ins Jahr 959 nachweisen lässt, mit dem Kastell Montabaur (Castellum Humbacense).

Der Trierer Erzbischof Dietrich von Wied, um 1217 von einem Kreuzzug aus dem Heiligen Land zurückgekehrt, ließ die zerstörte Burg Humbacense wieder aufbauen und nannte diese, wegen der Ähnlichkeit mit dem Berg Tabor in Israel, der als Ort der Verklärung Christi gilt, Mons Tabor, woraus Montabaur wurde. 1291 verlieh König Rudolf von Habsburg (1218 bis 1291) Montabaur zusammen mit Welschbillig, Mayen, Bernkastel und Saarburg die Stadtrechte.Noch immer erinnern vier Stadttürme und Reste der Mauern an die wehrhafte Vergangenheit der Stadt. Im Spätmittelalter entwickelte sie sich zur wirtschaftlichen Blüte. Harte Rückschläge brachten die Feuerstürme der Stadtbrände von 1491 und 1534 und vor allem der Niedergang des Wollweberhandwerks. Die stattlichen Wohnbauten des 17. und 18. Jahrhunderts in den Hauptstraßen zeigen jedoch, dass die Stadt selbst in dieser Zeit des Niederganges auch ihre wirtschaftliche Bedeutung keineswegs verloren hatte, die ihr seitdem erneut wieder stärker zuwuchs. Die zentralörtliche Funktion als regionale Amtsstadt im Westerwald behielt Montabaur auch im Nassauischen Amt (bis 1866) und in der preußischen Kreisverwaltung (als Kreisstadt des Unterwesterwaldkreises in der Provinz Hessen-Nassau, bis 1945) bei.

Bis 1969 beherbergte die Stadt sogar die nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaute Bezirksregierung Montabaur, die für die rechtsrheinischen Landkreise im Westerwald und an der Lahn zuständig war. Durch die Verwaltungsreformen Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre kam es zur Eingemeindung der ehemals selbständigen Stadtteile in die Stadt Montabaur und zur Bildung der Verbandsgemeinde Montabaur. Die Stadt mit ihrem historischen Stadtkern ist heute Sitz der Kreisverwaltung, der Verbandsgemeindeverwaltung und zahlreicher anderer Behörden.Ab Mitte der 60er Jahre bis Anfang 2004 war Montabaur darüber hinaus mit der Westerwaldkaserne ein Bundeswehrstandort, an dem das Raketenartilleriebataillon 350 und später Instandsetzungseinheiten stationiert waren. Das RakArtBtl 350 war das Raketen-Artillerie-Bataillon des III. (GE) Korps und ausgerüstet mit der ballistischen Kurzstreckenrakete Sergeant (Rakete) bzw. ab Mitte der 70er Jahre der Kurzstreckenrakete Lance (Rakete). Die Sondermunition des RakArtBtl 350 lagerte im Sondermunitionslager Horressen. Die atomare Munition unterstand dem 83rd US Army Missile Detachment.